Glanzstoff-Schornstein Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Samstag, 18. Juli 2009

Schornstein

GLANZSTOFF - Ziegelschornstein


Österreichs höchster Schornstein gesprengt.
Am Freitag wurde in St. Pölten auf dem Areal der 2008 geschlossenen Firma Glanzstoff Österreichs höchster Ziegelschornstein gesprengt. Der Rauchfang fiel binnen weniger Sekunden gerade in sich zusammen.


Nach drei Sekunden war alles vorbei. Pünktlich um 14.00 Uhr wurde der 86 Meter hohe Schornstein gesprengt. Zahlreiche Schaulustige, darunter auch ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens, wohnten dem Spektakel bei.

Alles verlief planmäßig, hieß es seitens der Feuerwehr. Binnen drei Sekunden fiel der Ziegelschornstein gerade in sich zusammen.

Sprengung verlief planmäßig. 32 Kilogramm Sprengstoff.  Rund 210 Bohrlöcher sowie spezielle Fallschlitze, welche die berechnete Fallrichtung gewährleisten sollen, wurden durch die Experten der Sprenggruppe gefertigt.

Laut Feuerwehr wurden rund 32 Kilogramm Sprengstoff eingesetzt, die in neun Stufen im Millisekundenabstand zur Explosion gebracht wurden. Die verantwortliche Sprenggruppe des Bezirksfeuerwehrkommandos St. Pölten hatte die Planung am Donnerstag abgeschlossen.

Während der Sprengung um 14.00 Uhr wurden das gesamte Werksgelände sowie Teile der Herzogenburger Straße gesperrt.

Material drohte spröde zu werden.  Die Sprengung war laut Rathaus notwendig, da der Rauchfang ein Sicherheitsrisiko darstellte. Da er länger außer Betrieb war, bestand Gefahr, dass das Material spröde werde und abbröckle. Das hätte ein erhebliches Risiko dargestellt.


Ziegelschornstein wurde 1929 errichtet.  Der Ziegelschornstein, der 1929 errichtet wurde und eine ursprüngliche Höhe von 100 Metern hatte, wurde vor rund 15 Jahren auf 86 Meter "gekürzt".
Trotz dieser Verringerung um 14 Meter blieb der Glanzstoff-Schornstein der höchste seiner Art in Österreich. Die Sprengung wurde nun erforderlich, da ein Sicherheitsrisiko bestand.

Aus für Glanzstoff nach Brand der Abluftanlage.  Mitte Juli 2008 hatte die Geschäftsführung das Aus für den Standort St. Pölten mit Jahresende bekanntgegeben. Die behördlichen Auflagen nach dem Brand in der Abluftanlage im Jänner zuvor seien technisch-wirtschaftlich nicht umsetzbar, wurde der Schritt begründet.

Zur Zukunft des Glanzstoff-Areals könne der Magistrat nichts sagen, da das Gelände des Viskosegarnherstellers noch immer im Privateigentum stehe und der Eigentümer mit der Stadtplanung "bisher nicht kommuniziert" habe, hieß es im Rathaus.
Noch keine Pläne für Neunutzung.  Vom Standpunkt der Flächenwidmung aus sei künftig jede Neunutzung denkbar, ausgenommen ein Industriegebiet - wegen der Wohnumgebung - und ein Einkaufszentrum, dafür wäre der Verkehrsanschluss unzureichend.  Aus Sicht des Rathauses wäre eine "typische, gemischte Kerngebietsnutzung wünschenswert".
Durch die Nähe zum Krankenhaus und zur Fachhochschule würde sich ebenfalls ein Universitätsstandort anbieten, wie es etwa bei der alten Tabakfabrik in Krems (Donau-Universität) und der ehemaligen Nervenklinik Gugging (I.S.T. Austria) der Fall war.


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